im Osteland Gesundheitszentrum Hemmoor Tonischen Labyrinth Reflex (TLR) Dieser differenziert sich in den TLR-vorwärts und den TLR-rückwärts. Er wird über die Kopfstellung nach vorne oder nach hinten über die Wirbelsäule hinweg ausgelöst. Der TLR-vorwärts bildet sich bereits im Mutterleib. Liegt der Kopf nach vorne auf der Brust, rollt sich das Baby embryonal zusammen und geht dabei in die Beugehaltung. Der TLR-rückwärts entsteht während der Geburt. Geht der Kopf nach hinten über die Wirbelsäule hinaus, streckt sich der gesamte Körper. Bei der Geburt soll er in beide Richtungen voll entwickelt sein, weil er ebenso wie der ATNR maßgeblich dazu beiträgt, dass das Baby den Geburtskanal bewältigen kann. In den ersten Lebenswochen kann das Neugeborene nur mit Hilfe des TLR der Schwerkraft entgegenwirken. Auch dieser Reflex kräftigt den gesamten Muskelapparat und sorgt für einen entsprechenden Muskeltonus. Nach 4 Monaten sollte der TLR-vorwärts integriert sein. Dann beginnt das Baby den Kopf kontrolliert zu bewegen. Der TLR-rückwärts kann bis zum 3. Lebensjahr präsent sein. Er wird schrittweise gehemmt, so dass sich ebenso schrittweise die so genannten Halte- und Streckreaktionen entwickeln können. Diese Schritte der Hemmung/Entwicklung  sind zum Beispiel das Kriechen, dann das Krabbeln, auf die hoch Knie ziehen, Hochziehen mit Festhalten, Laufen mit Festhalten links und rechtsherum und schließlich das freie Laufen. Ist der TLR nicht abgebaut, kann das Kind nicht mühelos krabbeln. Denn jedes Mal, wenn es den Kopf nach hinten über die Wirbelsäule hinaus hebt, strecken sich die Beine. Erst durch die kontrollierte Kopfhaltung gegen die Schwerkraft kann das Baby sein Gleichgewicht finden. Dann kann es auch krabbeln. Insbesondere beim Krabbeln kann sich die richtige Sehschärfe entwickeln, und das Baby lernt die Hand-Augenkoordination zu beherrschen. Aus dieser Entwicklungsphase bildet sich der  Vestibulo-okulare Reflexbogen. Dieser ermöglicht dem Baby, dass sich seine Augen reflexartig genauso schnell bewegen wie der Kopf und zwar in die entgegengesetzte Richtung. Durch die Entwicklung des Vestibuo-okularen Reflexbogens bekommt das Baby das Instrument für eine sichere Einschätzung von Raum, Entfernung, Tiefe und Geschwindigkeit.  Wird der TLR nicht vollständig gehemmt, wird er das Gleichgewicht des Kindes stören. Das zeigt sich in erster Linie in der Körperhaltung. Beim TLR vorwärts kann man einen krummen Rücken sowohl im Stehen als auch im Sitzen beobachten. Das führt zu einem eher hypotonen Erscheinungsbild, beim TLR rückwärts hingegen zu einer übermäßigen Spannung und somit zu einer hypertonen Körperhaltung. Wenn die Kinder sich insbesondere in der Schule darauf konzentrieren sollen, einigermaßen gerade zu sitzen, können sie nicht ihre ungeteilte Aufmerksamkeit auf das Lerngeschehen richten. Hinzu kommt die Problematik, dass die Sehschärfe sich im Wechsel von Nah nach Fern zögernd einstellt, was folglich das Abschreiben von der Tafel erschwert und meist nur langsam möglich ist. Darüber hinaus zeigt sich die unzureichende Koordination zwischen Auge und Hand. Schließlich machen sich noch die Orientierungsprobleme im Raum und damit verbunden eine Hörverarbeitungsschwäche bemerkbar. Die Kinder können die Richtung, aus welcher die Worte gesprochen werden, nicht orten. Mit dem TLR geht demzufolge auch oft eine Rechen-  und/ oder  Rechtschreibschwäche einher. Störungen im Gleichgewicht Gekrümmte oder überstreckte Haltung Schwierigkeiten von der Tafel abzuschreiben Orientierungsprobleme Hörverarbeitungsschwäche Koordination zwischen Augen und Hand erschwert Rechen-  und/ oder  Rechtschreibschwäche